Gabriele Kunkel M.A.
Gabriele Kunkel M.A.

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VILLA STUCK

LISA WALKER: 30 JAHRE SCHMUCK.                        SHE WANTS TO GO TO HER BEDROOM BUT SHE CAN‘T BE BOTHERED             05.03. BIS 5.07.2020

LISA WALKER: Halskette (304), 2007, Mobiltelefone, Lack, Faden
LISA WALKER: Halskette (304), 2007, Mobiltelefone, Lack, Faden

Lisa Walker hat von Beginn an hinterfragt, was Schmuck bedeuten und sein kann. Als Studentin in Dunedin, Neuseeland, lernte sie in den späten 1980er-Jahren das Goldschmiedehandwerk bei Georg Beer, »ein unglaubliches Geschenk«, wie sie selbst sagt. Walker baute auf diesen Fähigkeiten auf und experimentierte mit ungewöhnlichen Materialien und Verfahren wie Wolle und Weben. Sie forschte weiter an neuen Techniken, ihr Schmuck entwickelte sich zu rohen, natürlichen Formen – oft inspiriert von Stränden und Wäldern.

 

Nachdem sie 1995 nach München gezogen war, schlug Walker mit ihrer Arbeit eine neue Richtung ein. Ihr sechsjähriges Studium bei Otto Künzli an der Akademie der Bildenden Künste München hat sie dazu inspiriert, alles, was sie in ihrer bisherigen Ausbildung gelernt hat, »zu verlernen«. Walker begann Klebstoff, den »Schmuckbetrüger« als sichtbares Material zu verwenden und warf damit die Frage auf: »Warum sollten wir ihn verstecken?« Gleichzeitig führte sie ungewöhnliche – oft weggeworfene – Materialien in ihre Arbeiten ein, Stoff, Pappe genauso wie Staub und Schmutz vom Boden ihres Ateliers. Was ist Schönheit? Wie verhält sich Schmuck zu Populärkultur, Kunst und Leben? Das sind Fragen, die Walker in ihrer Arbeit untersucht.

 

BEATE PASSOW. MONKEY BUSINESS                      14.05. BIS 13.09.2020

Oben: Gibraltar, 2017, Tapisserie © Beate Passow
Oben: Gibraltar, 2017, Tapisserie © Beate Passow

Beate Passow (geb. 1945 in Stadtoldendorf) entwirft in ihrem Bilderzyklus »Monkey Business« eine rätselhafte Fabelwelt mit politischer Dimension. Die in Schwarz-Weiß gehaltenen Bilder hinterfragen die herrschenden Systeme, ökonomischen Strukturen und politischen Bewegungen
des gegenwärtigen Europas.

 

Die seltsamen Figuren, die »Monkey Business« bevölkern, erzählen eine eindringliche Mythologie des 21. Jahrhunderts. In ihrer narrativen Anlage unterläuft Beate Passow die große Tradition der Tapisserie, indem sie nicht Helden und Herrscher lobt, sondern Kritik übt – am heutigen Europa. Einst als Hort der Demokratie und Humanität gefeiert, ist es heute geprägt von einer militärischen Abwehrhaltung an seinen Grenzen, einem haltlosen Kapitalismus und von einem immer schamloser auftretenden Neonazismus.

 

 

 

MARGRET EICHER. LOB DER MALKUNST             14.05. BIS 13.09.2020

Assunta, 2020, Digitale Montage/Jacquard © Margret Eicher
Assunta, 2020, Digitale Montage/Jacquard © Margret Eicher

n ihren großformatigen Tapisserien verbindet Margret Eicher (geb. 1955 in Viersen) die barocke Form der Bildteppiche mit bekannten Motiven aus aktuellen Medienbildern unserer Informationsgesellschaft. Die Bildvorlagen aus den Medien werden digitalisiert und in aufwändiger Bearbeitung am Computer miteinander verschmolzen. Das zentrale Bildgeschehen auf den Tapisserien ist von ebenfalls digitalisierten Bordüren umrahmt, die sich gemäß ihrer historisch-traditionellen Funktion auf Symbole und Zeichen der gegenwärtigen Gesellschaft beziehen, heute sind das jedoch z. B. Börsen- oder Wirtschaftsdiagramme, wissenschaftliche Schaubilder, Helden aus Comics und Computerspielen, die die Künstlerin zitiert.

 

Die Tapisserien von Margret Eicher sind industrielle »Fälschungen« und werden in Belgien hergestellt, das neben Paris das Ursprungsland der klassischen Tapisserie und heutiger Souvenir-Repliken ist. In der (Kunst-)Historie ist die Tapisserie ein Symbol für Aristokratie, Reichtum, Macht und Bildung, als künstlerisches Zitat hinterfragt die Künstlerin damit die Wirkungsmacht der Bildkommunikation in der heutigen Zeit.

 

EIN RUNDGANG DURCH DIE HISTORISCHEN RÄUME

Altes Atelier Foto: Wolfgang Pulfer
Altes Atelier Foto: Wolfgang Pulfer

Franz von Stuck (1863-1928) errichtete 1897/98 als 34-jähriger Maler, Graphiker und Bildhauer nach eigenen Entwürfen auf der Isaranhöhe seine außergewöhnliche Künstlervilla mit privaten Wohn- und Repräsentationsräumen sowie Künstleratelier. Das Haus ist höchster Ausdruck des Lebensgesamtkunstwerks des Künstlerfürsten. Das Vestibül, der Empfangssalon, Musiksalon, das Treppenhaus und das Atelier, bis ins Detail vom Künstler selbst entworfen, sind als Meisterwerke der Raumkunst erhalten. Der Bau der Villa Stuck verkörpert eine Architektur, die unmittelbar in die moderne Baukunst führt.